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Erste Schritte: Was du als frisch geouteter Transmann wissen solltest

Vor drei Jahren saß ich noch in meinem alten Zimmer und starrte auf den Spiegel. Der Anzug, den ich extra für diesen Abend gekauft hatte, saß komisch. Nicht weil er mir nicht passte – sondern weil ich mich darin nicht kannte. Ich hatte es gerade meiner besten Freundin gesagt. „Ich glaube, ich bin ein Typ.“ Die Worte hingen zwischen uns wie Nebel. Sie umarmte mich. Ich weinte. Und dann dachte ich: Was jetzt?

Wenn du gerade an diesem Punkt stehst – herzlich willkommen. Dieser Artikel ist für dich. Keine Checkliste, die du abhaken musst. Kein perfekter Plan. Nur drei Dinge, die mir geholfen haben, als ich nicht wusste, wohin mit all den Gefühlen.

Schritt 1: Finde deine Menschen (auch wenn das erstmal online ist)

Als ich mich outete, kannte ich keinen einzigen Transmann persönlich. Ich fühlte mich allein in einem Raum voller Fragen.

Dann fand ich eine kleine Discord-Gruppe. Ein Forum. Irgendwann einen lokalen Treff. Das war mein Gamechanger.

Du musst niemandem beweisen, dass du „trans genug“ bist. Du musst auch nicht sofort alle deine Gefühle in Worte fassen können. Manchmal reicht es, einfach zuzuhören. Mitzulesen. Das Gefühl zu haben: Hier sind Menschen, die verstehen, was ich meine.

Praktischer Tipp: Such nach lokalen Trans-Gruppen bei queeren Jugendzentren oder auf sozialen Medien mit Hashtags wie #TransMann #FTMDeutschland. Es gibt auch geschlossene Facebook-Gruppen, die sehr wertschätzend moderiert werden. Nimm dir Zeit. Du gehst nicht in eine Familie, die du noch nicht kennst – du schnupperst erstmal rein.

Schritt 2: Entdecke, was sich gut anfühlt (keine großen Entscheidungen nötig)

Der Druck ist real. Man glaubt, man müsse sofort alles wissen: Hormone? Ja oder nein? Operationen? Wann?

Pauschal. Du darfst atmen. Du darfst ausprobieren.

Bei mir war der erste Schritt einfach ein Binder. Nichts Endgültiges. Nichts, wofür ich mich rechtfertigen musste. Nur ein Stück Stoff, das meine Brust flacher machte. Und plötzlich saß dieser komische Anzug besser. Ich sah mich im Spiegel an und dachte: Ah. Da bist du ja.

Guter Hinweis: Ein gut sitzender Binder kann dich unterstützen, dich wohler in deinem Körper zu fühlen. Beim Kauf achte unbedingt auf die richtige Größe – zu eng ist nicht besser, sondern ungesund. Im Shop findest du verschiedene Binder-Modelle, die auch für längere Tragezeiten geeignet sind.

Es geht nicht darum, dich zu verändern. Es geht darum, dich zu finden.

Schritt 3: Dokumentiere deinen Weg (für dich selbst)

Ich bereue, keine Tagebücher vom Anfang zu haben.

Nicht für die Öffentlichkeit. Nicht für Social Media. Sondern für mich. Weil der Weg lang ist und manchmal vergisst man, wo man herkam.

Schreib einfach: Was fühlt sich heute gut an? Was war schwer? Was hast du gelernt?

Diese Einträge werden später dein Beweis sein, dass du gewachsen bist. Dass du stark warst, auch an Tagen, an denen es sich nicht so anfühlte.

Abschließende Gedanken

Du musst nicht alles auf einmal verstehen.

Als ich anfing, wusste ich nicht mal, was Testosteron genau macht. Ich kannte keine anderen Transmänner. Ich hatte Angst vor der Zukunft und Sehnsucht nach mir selbst – gleichzeitig.

Das ist okay.

Dein Weg gehört dir. Niemandem sonst. Du gehst ihn im Tempo, das für dich stimmt.

Wenn du Unterstützung brauchst, egal bei was – wir sind hier. Schreib uns. Oder schau dich auf dem Shop um. Nicht weil du kaufen musst, sondern weil manchmal schon das Wissen hilft: Es gibt Ressourcen. Es gibt Möglichkeiten. Du bist nicht allein.

Tobias ✍️

Disclaimer: Dieser Artikel enthält Produktempfehlungen. Bei Käufen über Affiliate-Links erhalten wir eine kleine Provision – ohne Mehrkosten für dich. Alle Empfehlungen basieren auf echten Erfahrungen der Community. Bitte beachte: Wir ersetzen keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen sprich immer mit Fachpersonen.

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10 Tipps, wie du männlicher wirkst

1. Die richtige Kleidung

Kleider machen Leute. Achte darauf nicht zu enge Kleidung zu tragen, da diese manchmal Problemzonen eher betonen können. In der Männerabteilung gibt es genügend Auswahl und mit ein paar Tricks wirkt deine Figur gleich viel männlicher. Halte dich an die Basics!

Mit einem Brustbinder wird die Brust flach und das T-Shirt, Hemd oder Pullover sitzt direkt besser. Auch bei der Hosenwahl würde ich von zu engen, aber auch zu weiten Hosen abraten, da zum Beispiel eine Baggyhose eine breite Hüfte noch breiter wirken lassen kann. Hier hilft ein gerader Schnitt!

2. Haarfrisuren

Lass dich von deinem Friseur beraten. Er/Sie weiß am besten was männlich wirkt. Vielleicht lässt dich eine Kurzhaarfrisur männlicher erscheinen als die lange Mähne, muss aber nicht sein. Das ist sehr Typabhängig. Experimentiere etwas herum, bleib bei deiner Naturhaarfarbe und schon bald wirst du deinen Stil gefunden haben, der zu dir passt und du dich mit wohlfühlst.

3. Regelmäßig trainieren

Breite Schultern, eine V-Form und schmale Hüften. Das typisch markante Männlichkeitsbild der Medien. Muskeln lassen dich männlicher wirken und das Training bringt viele weitere Vorteile für deinen Körper und Geist. Im Fitnessstudio oder zu Hause kannst du schon mit zwei Hanteln und deinem eigenen Körpergewicht viel umsetzen.

Optimal ist dreimal die Woche max. eine Stunde intensives Krafttraining mit hohen Gewichten. Als Anfänger sollte man nicht direkt übertreiben mit den Gewichten, um Verletzungen zu vermeiden.

Dadurch formt sich dein Körper und lässt dich männlicher wirken. Durch das Krafttraining wird Fett verbrannt plus mit Ausdauertraining optimiert man den „Fettabbau“ Prozess. Transmänner möchten meist ihre Brust, Hüfte, Po und Beine kaschieren. All diese Punkte kann man verbessern mit weniger Körperfettanteil. Schwimmen, Laufen und Radfahren sind gute Möglichkeiten um Fett abzubauen, wie auch der Super-Fettkiller HIIT (Hochintensives Intervalltraining).

4. Selbstsicheres Sprechen

Es ist männlich mit einer tiefen Stimme, langsam, monoton, klar und deutlich zu sprechen. Pre Testosteron, mit einer hohen Stimme ist das nicht immer einfach. Aber langsames, kontrolliertes Sprechen wirkt männlicher.

Es gibt Methoden seine Stimme tiefer zu trainieren. Hilfe kannst du beim Logopäden und auch auf YouTube bekommen.

5. Präsentation

Kopf hoch, Brust raus, Bauch rein. Selbstbewusstsein ist sexy! Und männlich. Das strahlt Man(n) auch aus. Das wird dir jede Frau bestätigen können. Arroganz hat damit nichts zu tun.

6. Ruhige Bewegungen

Schnelle, hektische Bewegungen und Gestikulation wirkt feminin und strahlt Unruhe aus. Achte auf eine ruhige Körpersprache wenn du redest und du wirst männlicher und selbstsicherer wirken.

8. Deine Körperhaltung

Es gilt in unserer Gesellschaft als „feminin“, wenn man die Hände in die Hüften stellt, beim Sitzen die Beine überkreuzt, die Hüfte beim Laufen mitschwingt oder im Stand die Füße sehr nah beieinander stehen hat. Diese Punkte kannst du leicht optimieren!

Wenn du nicht weißt, wohin du deine Hände beim Stehen hinlegen sollst, kreuze sie lieber auf Brusthöhe oder steck sie in die Hosentaschen.

Auch dein Stand sieht Hüftbreit nicht nur männlicher aus, sondern gibt dir auch mehr Halt und Stabilität.

Statt die Hüfte mitzuschwingen, schau dir auf YouTube Modenschauen für Männermode an und lerne von den „Laufprofis“.

9. Führung übernehmen

In unserer Gesellschaft ist es männlich die Führung zu übernehmen. Auch im Arbeitsleben sieht man immer noch heutzutage, dass die meisten Führungspositionen von Männern eingenommen werden. Nur 8,1 % beträgt der Frauenanteil in den Vorständen der Top 200 Unternehmen in Deutschland. Also nimm die Zügel in die Hand und sei der Herr deines Lebens. Sei sicher in deinem Auftreten und triff überlegte Entscheidungen. Langes überlegen ist nicht schlimm, aber triff eine Entscheidung. Nein sagen zu können, zeigt auch von Stärke.

10. Ein guter Herrenduft

Männlichkeit definiert sich auch über den Geruch. Mit einer markanten Duftnote hast du schon einiges getan, um männlicher zu wirken.

Die TOP-5 der Herrendüfte:

1. Christian Dior Sauvage

2. Giorgo Armani Acqua di Gió Homme

3. Hermès Terre D`Hermès

4. Giorgio Armani Armani Code

5. Davidoff Cool Water

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NO GO`S – 10 Dinge, die du einen Transmann NICHT fragen solltest

NO GO`S – 10 Dinge, die du einen Transmann NICHT fragen solltest

Jeder Transmann wird irgendwann in seinem Leben mal diese Fragen gehört haben. Die meisten Menschen sind da distanzlos und haben keine Scheu private Fragen zu stellen. Als ob man gar nicht im Raum wäre, sprechen die Leute über die intimsten Dinge wie Sex, Genitalien und Liebe.

Die Nummer 1 auf der NO GO Liste ist:
„Wie ist eigentlich dein „richtiger Namer“?
Genau das ist ja der Punkt! Der alte Name hat sich nie „richtig“ angefühlt und aus diesem Grund gebe ich mir einen passenden männlichen. Die meisten Transmänner kriegen schon Panik oder Gänsehaut wenn sie nur ihren alten Namen hören. Also warum sollte ich dir meinen alten „richtigen“ Namen verraten?!

Nummer 2:
„Kann ich ein altes Foto von dir sehen?“
Auf keinen Fall! Vor allen Dingen nicht, wenn du mir fremd bist. Ich möchte nicht Einblicke in eine Zeit meines Lebens geben, wo ich mich schrecklich und sogar depressiv gefühlt habe.
Einige reagieren sogar aggressiv auf diese Frage. Sie möchten nichts mit ihrer Vergangenheit zutun haben. Manche verbrennen oder zerreißen alte Fotos, weil sie sich so nicht sehen können und Hassgefühle entstehen.

Nummer 3:
„Meinst du, du bereust es irgendwann und willst wieder zu deinem Geburtsgeschlecht zurück?“
Diese Frage kann man einfach nicht beantworten. Es gab schon einige Fälle von transsexuellen Menschen, die es bereut und die Transition rückgängig gemacht haben. Aber das kann man nicht verallgemeinern. Jeder Mensch ist anders. Die meisten fühlen sich jedoch sehr wohl in ihrer Anpassung, würden den Weg immer wieder gehen und sind von dieser Frage dann doch eher genervt.

Nummer 4:
„Welche Toilette benutzt du?“
Die saubere natürlich! 😅
Diese Frage ist für jeden Transmann der noch am Anfang steht nicht leicht zu beantworten. Manche benutzen die Frauentoilette, weil sie noch weiblich aussehen und sich nicht auf die Männertoilette trauen. Den schon männlich aussehenden Transmännern diese Fragen zu stellen ist aber unnötig.

Nummer 5:
„Wann hast du dich entschieden transsexuell zu sein?“
Das ist keine Entscheidung! Entweder man ist es oder eben nicht. Man entscheidet sich zur körperlichen Anpassung, ja. Aber nicht transsexuell zu sein. Wann hast du dich dazu entschieden heterosexuell zu sein?

Nummer 6:
„Hast du schon einen Penis?“😜…..😒
Für mich persönlich die nervigste und intimste Frage überhaupt. Das geht niemanden etwas an was ich in der Hose habe, außer meine/n Partner/in und mich. Punkt!
Natürlich sind Familie und gute Freunde sowieso meist bestens informiert. Daher kommt diese Frage immer von Menschen, mit denen man nicht so viel Kontakt hat und mit denen möchte man meist nicht gerade über sein Genital reden.

Nummer 7:
„Wie hast du denn Sex?“
Die Frage kommt dann meist nach „Hast du schon einen Penis?“
Manche Dinge können ruhig unausgesprochen gelassen werden.  Einige Menschen denken nicht darüber nach, das sein Gegenüber sich bei der Frage unwohl fühlen könnte, gerade weil man auch in so einer Situation steckt.

Nummer 8:
„Darf ich deinen Penis sehen?“
Ja klar! Du darfst ihn auch gerne in den Mund nehmen, wenn du schon dabei bist.😂
Wie oft ich diese Frage schon gehört habe. Einmal habe ich geantwortet mit: „Wenn du mir deine Mumu zeigst, zeige ich dir meinen Penis.“
Darauf kam dann zurück:“Aber deiner ist ja nicht echt!“
Da war ich echt sprachlos! Somit weiß ich aber nun wie dieser Mensch wirklich darüber denkt und welche Einstellung zu dem Thema hat.

Nummer 9:
„Warum bleibst du nicht eine Frau, wenn du auf Männer stehst?“
Als heterosexueller Mensch kann man es kaum verstehen, warum man homosexuell ist und dann noch transsexuell?! Und das gleichzeitig? Wie geht das denn?
Die Identität hat nichts mit der sexuellen Orientierung zutun. Die Menschen, die einem ins Auge fallen, hängen also nicht von dem ab, was man in der Hose hat.

Nummer 10:
„Du warst mal eine Frau?!“
Sobald man sich geoutet hat, ist das die beste Reaktion, die man erwarten kann. Wenn man es einem nicht mehr ansieht, das Passing 100% ist und jeder geschockt bleibt. Das doofe dabei ist aber, wenn die Menschen bei denen man sich gerade preisgegeben hat, die Personalpronomen plötzlich ändern. Dann kann es passieren, dass es auf einmal nicht mehr ER, sondern wieder SIE heißt.

 

Fazit: Vertraut nicht jedem auf Anhieb und teste erstmal die Menschen auf das Thema.